Barcamp3 in Berlin: Ein kurzes Resümee

No Spectators -Just Participants!

Das ist das Motto der Barcamp-Events, die regelmäßig und europaweit stattfinden. Sinn und Zweck des Ganzen ist die reale Versammlung innovativer und kreativer Leute aus dem so genannten Web 2.0 auf Basis einer Online-Community. Diese Unkonferenz bietet jedem Teilnehmer die Möglichkeit, in offenen Zeitslots eine jeweils 45-minütige Session zu einem beliebigen Thema zu halten.

Barcamp Berlin 2008 Rückblick

Am vergangenen Wochenende fand das Barcamp Berlin in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom statt. In diesem wahrlich imposanten Gebäude sammelten sich ca. 500 vorrangig männliche Personen, um in einem demokratischen Verfahren per Handzeichen die Teilnahme an den von Teilnehmern vorgeschlagenen Sessions auszuhandeln. Die Konferenzsprache Englisch wurde dabei auch größtenteils eingehalten.

Dank Videoübertragung, Twitter, einer riesengroßen Videowand im Foyer (die Größte, die ich je gesehen habe!) und unendlich vieler Blogs, Webcams und iPhones wurde jede Sekunde der Veranstaltung festgehalten. Man hatte wirklich den Eindruck, auf einer ganz besonderen Veranstaltung zu sein.

Drei Sessions schienen mir besonders relevant. Informationen im Netz visuell ansprechend und intuitiv zu archivieren, ohne unübersichtliche Bookmark- und Favoritenlisten zu bemühen, war schon immer ein geheimer Wunsch von mir. Darum danke ich Hartmut Wöhlbier für die Entwicklung von Zootool.com. In zwei weiteren Session brachten mir Marco Janck von den SEOnauten und Marc Uhlig von der Firma Jupiter Labs Geheimnisse der Suchmaschinenoptimierung und der Gestaltung von Landingpages näher. Hilf- und lehreiche Vorträge!

Als ich das Barcamp gegen 16 Uhr verlies, wusste ich trotz vieler Inputs nicht so recht, wie ich diese Unkonferenz einzuschätzen hatte. Zum Einen ist es ein wirklich großartiges Konzept. Ohne Teilnahmegebühren und ausschließlich über Sponsoren ein solches Event zu organisieren, verdient wirklich einen Heidenrespekt. Die Möglichkeit für jeden Einzelnen, über Ideen und Projekte zu refererieren, ist ein interessantes Konzept. Kritisch sehe ich die Risiken einer Entwicklung hin zu einer großen Werbeveranstaltung. darüber hinaus hatte ich nicht selten das Gefühl, dass ein aktiver Austausch von Informationen nicht wirklich stattfand und dass sich die Teilnehmer in der Rolle des passiven Zuschauers ganz wohl fühlten – ein Relikt des klassischen Tagungskonzeptes, dass es doch zu kippen galt.

Auch erstickte das ständige Rumspielen mit Gadget, MacBook ind iPhone jegliche Kommunikation mit anderen Teilnehmern sowie den kreativen Informationsaustausch im Keim, sei es im Foyer, in der Lounge oder während der Sessions. Sollte es wirklich so sein, dass der gemeine Barcamp-Teilnehmer erst im Blog zum “realen Teilnehmer” wird? Ist es wichtiger, einer nicht greifbaren Öffentlichkeit zu zeigen, dass man dabei war, statt vor Ort zu beweisen, dass man existiert?

Mein Fazit: Ein interessentar, spannender Tag. Ein gutes, zukunftsweisendes Konzept. Doch das ein oder andere Mal das Macbook zuzuklappen und miteinander real zu kommunizieren, würde dazu beitragen, etwas wirklich Großes zu etablieren! Sonst ist ein Barcamp in meinen Augen nicht viel mehr als eine Versammlung introvertierter Gadget-, Blog- und Computergeeks.

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