Typisch Thüringen – CvK-Tagung 2008 in Ilmenau
Und wieder eine Veranstaltung, deren Programm hochinteressant klingt. An 2 Tagen referieren internationale Kommunikations- und Medienwissenschaftler über die Chancen und Risiken der politischen Online-Kommunikation. Ich bin, soweit ich das überblicken kann, die einzige Nicht-Profi-Wissenschaftlerin. Alle anderen Teilnehmer sind vornehmlich Doktoranden, Doktoren, Professoren. Doch das stört mich nicht wirklich – findet die Veranstaltung doch an “meiner” Universität, der TU Ilmenau, statt.
Am 7. und 8. November stellen Forscher ihre empirischen Erkenntnisse aus dem Web 2.0 vor. Nicht selten wird es etwas subjektiv, manchmal sogar stark naiv. Wenn ein WIssenschaftler in einem Zeitraum von 13 Tagen des Februars 2008 die Google-Einträge zum Keyword “Unternehmenssteuerreform” misst und nach Relevanz einordnet, dann eine Grafik zeigt, die konstant 1000 Google-Einträge zum Thema anzeigt (weil nur so viele Suchergebnisse zur Verfügung gestellt werden), dann stellen sich schon die ein oder anderen Sinnesfragen.
Ein Anderer möchte erkennen, dass Blogs in den großen Suchmaschinen unterrepräsentiert sind und lässt die SEO-Thematik und deren Faktoren völlig außer Acht. Aua!
Auf der anderen Seite ist es beachtlich, wie umfangreich die Forschungsschwerpunkte der Referenten sind. Da vergleicht einer j-Blogs mit unaffiliate Blogs anhand von Informationsquellen. Wieder einer misst die Online-Kommunikation von Bürgern mit Politikern. Daraus könnten windige Ökonomen prima Schlüsse ziehen – wenn sie nur wüssten, dass diese Ergebnisse existierten…
Es hat den Anschein, als ob Wissenschaft und Wirtschaft (Realität) sich auseinanderbewegen. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass NULL Wirtschaftsvertreter an dieser Tagung teilnehmen. Es wäre interessant, die Extreme mal aufeinander los zu lassen. Beide Parteien könnten sehr viel voneinander lernen.


